Biographie

Lebenslauf Reinhold Andreas Sampl:

Reini SamplReini Sampl stammt aus dem Salzburger Lungau. Mit 3 Jahren stand er das erste Mal auf Skiern. „Ich habe Skifahren gelernt „bevor“ ich laufen konnte.“ scherzt Reini. „Mein Vater war Trainer des heimischen Skivereins und somit war ich bei jedem Training dabei.“ Sein erstes Rennen gewann Reini Sampl mit 4 Jahren.

Im Winter 1996 wurden durch einen schweren Trainingssturz alle Träume zunichte gemacht. Diagnose: Kompressionsfraktur von 3 Wirbeln mit der Folge einer Querschnittslähmung. „Ich bin mit hoher Geschwindigkeit über eine Geländekuppe gefahren. Der Sprung ging so weit, dass ich im Flachen gelandet bin. Dem hohen Druck der Landung haben meine Wirbel nicht Stand halten können. Unmittelbar nach der Landung setzte die Lähmung ein und ich kam zu Sturz.“ fasst Reini Sampl jene Sekunden zusammen, die sein Leben von Grund auf geändert haben.

Der sofort verständigte Hubschrauber brachte den verletzten Sportler in das Unfallkrankenhaus Salzburg, wo sofort eine mehrstündige Operation durchgeführt wurde. Die gebrochenen Wirbel wurden versteift. Noch auf der Intensivstation wurde Reini Sampl mit der bitteren Wahrheit konfrontiert.
Der behandelnde Arzt zeigte ihm die Röntgenbilder und teilte ihm die Diagnose mit: „Querschnittslähmung ab dem 12 Brustwirbel, die Schäden am Rückenmark sind irreparabel. Du wirst den Rest deines Lebens auf den Rollstuhl angewiesen sein.“

Ein Leben im Rollstuhl? Nie wieder Laufen? Nie wieder Skifahren? Nie wieder Motorradfahren? Nie wieder mit einem Mädchen am Strand spazieren gehen? In jenem Augenblick gingen Reini 1000 Dinge durch den Kopf, die er nie wieder wird machen können. Was für ein Leben soll das sein? Da der Sportler Reini bis dahin keinerlei Kontakt zu Rollstuhlfahrern hatte, konnte er sich nicht vorstellen, was auf ihn zukommen wird.

Nach weiteren 3 Wochen Krankenhaus wurde Reini Sampl in das Rehabilitationszentrum Bad Häring in Tirol überstellt. Dort sollte er auf das neue Leben im Rollstuhl vorbereitet werden.

Reini SamplAls Sportler hatte Reini gelernt Härte gegen sich und seinen Körper zu zeigen, Grenzen und den inneren Schweinehund zu überwinden. Er kam in das Reha-Zentrum in der Hoffnung, mit konsequentem Training und unbändigem Willen wieder Laufen zu lernen. Doch genau diese Härte und der Ehrgeiz so schnell wie möglich wieder aktiv am Leben teilhaben zu können halfen Reini, die härtesten Trainingsmonate seines Lebens mit Erfolg zu meistern. Dinge des Alltags mussten neu erlernt werden: alleine anziehen, alleine von der Badewanne in den Rollstuhl, Türen öffnen, Gehsteigkanten „überwinden“, alleine ins Auto ein- und aussteigen. Konsequentes Training und tägliche Überstunden in der Therapie verhalfen Reini zu seinem größten Sieg: Den Alltag alleine zu meistern und seine Selbständigkeit wieder zu erlangen. Den Abschluss der Rehabilitation bildete das Fahrtraining. Wieder selber Autofahren bedeutet Mobilität und Unabhängigkeit.

Nach nur wenigen Monaten wurde Reini Sampl in sein neues Leben entlassen. Im Reha-Zentrum war alles perfekt auf Rollifahrer ausgerichtet – keine Stufen und Stolpersteine. Doch der Alltag in der „Fussgängerwelt“ stellte Reini immer wieder vor unüberwindbare Hindernisse: Stufen, Treppen, schmale Türen und nicht selten waren auch Mitleid, Unwissenheit und Intoleranz Hürden des Alltags.

Doch Reini betrachtete auch diese Widrigkeiten nicht als Behinderung, sondern als Herausforderung. Diese Einstellung zum neuen Leben war sein Rezept an diesen Herausforderungen zu wachsen und nicht daran zu verzweifeln. „Es wird mir immer wieder die Frage gestellt, ob ich nach dem Unfall nicht in ein tiefes Loch gefallen bin. Doch ich war immer damit beschäftigt mich den Herausforderungen zu stellen und habe hart daran gearbeitet sie zu meistern. Ich hatte einfach keine Zeit mich in ein tiefes Loch fallen zu lassen!“ erzählt Reini Sampl.

Einmal ein Sportler, immer ein Sportler. Trotz seiner Behinderung blieb Reini ein sportbegeisterter Mensch. Bereits in Bad Häring machte Reini Bekanntschaft mit Behindertensport. Bald war er Basketballmannschaft ein unverzichtbares Mitglied. Nach dem Aufenthalt im Reha-Zentrum trat Reini dem Rollibasketball Team Salzburg bei. Und wie schon vor seinem Unfall betreibt Reini Sport nicht zum Zeitvertreib, sondern um zu gewinnen. Seine Mannschaft wurde mehrfacher Österreichischer Meister und erreichte im Europacup den sensationellen 5. Rang.

Auch im Rolli blieb der alpine Skisport die große Leidenschaft des Salzburgers. Ein Jahr nach seinem schweren Sturz war Reini wieder auf der Piste. Er machte beim Monoskihersteller Alois Praschberger einen Skikurs. Die ersten Tage waren hart und Reini dachte nicht nur einmal daran alles hinzuschmeißen. Doch nachdem er den Bogen raus hatte, war Reinis Skikarriere nicht mehr zu stoppen. In seinem ersten Jahr als Rennläufer fuhr er bereits unter die Top Ten des Europa Cups. Dies sicherte ihm die Aufnahme in das Österreichische Nationalteam. Seit nunmehr 6 Jahren zählt Reini Sampl zur absoluten Weltspitze der Monoskifahrer. Viele Siege bei Skirennen machten ihn immer zum Mitfavoriten bei sportlichen Grossereignissen. Bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City (USA) belegt er zwei Mal den undankbaren 4. Platz in Abfahrt und Riesentorlauf!

Handbiken, Anfangs nur als Konditionstraining für das Monoskifahren gedacht, wurde zur großen Leidenschaft während der Sommermonate. Auch in dieser Sportart konnte Reini bald Erfolge einfahren. Mehrfacher Sieger bei internationalen Rennen, Österreichischer Vizestaatsmeister und Weltrekordhalter, so lautet die beeindruckende Erfolgsbilanz. Im Jahr 2001 Fuhr Sampl mit Oliver Anthofer, ebenfalls erfolgreicher Paralymicssportler, die Strecke der „Tour de Mur“ über 340 km in nur 10 Sunden und 43 Minuten – Weltrekord!

Reini SamplEs gibt auch ein Leben nach dem Sport. Wie auch bei den Fußgängern kann man Spitzensport nur über einen begrenzten Zeitraum ausüben. Es blieb also nicht aus, dass sich Reini Sampl über seine berufliche Zukunft Gedanken machen musste. Das Sprichwort „Not macht erfinderisch“ trifft in diesem Fall den Nagel auf den Kopf. Seit er im Rollstuhl sitzt, hatte Reini Schwierigkeiten passende Kleidung zu finden. „Die sitzende Position führt dazu, dass die Hosen im Rückenbereich nach unten rutschen und alle Hosen sind viel zu kurz. Bei den Jacken hatte ich immer das Problem, dass sie viel zu lange und damit störend im Umgang mit dem Rollstuhl!“ erklärt Reini. Gemeinsam mit Freunden begann er Bekleidung zu entwickeln, welche diesen besondern Anforderungen gerecht wurde und gleichzeitig den aktuellen Modetrends entsprach. Mit der Geschäftsidee „Mode für Menschen im Rollstuhl“ zu machen nahm Reini Sampl und sein Team an 2 Businessplanwettbewerben teil und wurde dafür mit einem ersten und einem zweiten Platz ausgezeichnet. 2002 gründete er sein Unternehmen, die Reinhold Sampl GmbH. Unter dem Label xsampl bietet er seither trendige und funktionelle Mode an. Ob Jacken aus Funktionsmaterialen, schicke Jeans, Skihosen für den Monoski oder elegante Anzüge, das Modelabel bietet Textilen für jeden Anlass. Die Schnittführung der innovativen Produkte hat sich sein Unternehmen europaweit patentieren lassen.

Seit dem Frühjahr ist die Reinhold Sampl GmbH in Österreich Generalimporteur der Firma Schwalbe – Ralf Bohle GmbH, welche seit 5 Jahren pannensichere Rollstuhlreifen erzeugt und auch großen Wert auf Design und Funktion legt. „Pimp your Rolli“ – damit passen die Produkte von Schwalbe perfekt zu dem Modelabel xsampl.

Ein beeindruckender Lebenslauf. Vor über 10 Jahren machte ein Trainingssturz alle Pläne des aufstrebenden Sportlers zunichte. Eine Leben im Rollstuhl, aus der Traum von einem erfüllten Leben. „Aufgeben tu ich einen Brief“ scherzt Reini. Was der Sportler und Unternehmer so locker dahin sagt, ist in Wirklichkeit sein Erfolgsrezept. Zu keiner Zeit hat er zugelassen, dass Selbstmitleid und Angst vor Herausforderungen sein Leben bestimmt haben. Nicht die Gedanken an jene Dinge, die nicht mehr möglich waren haben ihn beschäftigt, sondern er hat seine Energie darauf verwendet, alle Dinge zu erreichen, die auch im Rollstuhl möglich sind. 2002 absolvierte er die Prüfung zum Skitrainer mit ausgezeichnetem Erfolg. 2004 hat er als erster Rollstuhlfahrer zum Fahrsicherheitstrainer ausgebildet.
„Einige Rollifahrer geben ihrer Behinderung die Schuld an Misserfolgen im Leben! Doch jeder Mensch ist seines Glückes Schmied. Das gilt auch für Menschen mit Handicap!“ beschließt Reini Sampl das Interview. Er ist ein xsampl

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